20. Verleihung des Preises der Ludwig-Marum-Stiftung

LMG-World-Ausschuss ausgezeichnet und Annika Schober gewürdigt

„Wir dürfen uns mit Ludwig Marum, dem Namensgeber des Pfinztaler Gymnasiums, auch 84 Jahre nach seinem gewaltsamen Tod im Konzentrationslager Kislau bei Bruchsal verbunden fühlen, weil er uns Denkanstöße gegeben hat.“ So der Tenor der Feierstunde anlässlich der 20. Preisverleihung der Ludwig-Marum-Stiftung in der voll besetzten Aula des Bildungszentrums. Sichtbar zum Ausdruck gebracht wurde dies schon im Vorfeld mit der Pflanzung einer Platane an der Südseite des Schulgebäudes durch Andrée Fischer-Marum, Elke Engelmann und Nicola Bodner. Für die Enkelin von Ludwig Marum, die LMG-Rektorin und die Bürgermeisterin symbolisiert der Baum durch seine Wurzeln die Verbundenheit mit dem Namensgeber der Schule und durch sein Wachstum und die Triebe die sozialen Aktivitäten am LMG, zu denen auch die Projekte des World-Ausschuss gehören, der 2018 als Preisträger ausgerufen wurde.
Dessen Mitglieder Ilona Avci, Marlene und Simone Berger, Johanna Brenk, Amelie Epp, Esther Erwin, Sarah Frech, Runa Halfinger, Louisa Klahr, Stella Reichenbacher, Anne Schellhorn, Johanna Schliebitz, Katrin Schwarz, Rebecca Schwebs und Lukas Wacker haben es sich zur Aufgabe gemacht, mit der Planung und Gestaltung von sozialen und politischen Aktionen den Fokus auf aktuelle Probleme zu lenken. In ihrer Laudatio würdigte Katja Steinmetz die Gruppe, deren Engagement nicht am Schultor und auch nicht an der Landesgrenze halt mache. Mit einer Power-Point-Präsentation wurde an eine Auswahl zahlreicher Beispiele erinnert, wie an den 7. Juli 2016, als vom Schulhof 499 bunte Luftballons mit dem Hinweis „Dieser Luftballon ist Teil einer Anti-Rassismus-Aktion des Ludwig-Marum-Gymnasiums Pfinztal“ in den Himmel stiegen. Überhaupt seien Aktivitäten und Engagement der Schüler keine Selbstläufer, wurde für aktive Unterstützung im Zeichen von gemeinschaftsstärkender Kraft für die Erinnerungskultur geworben.     

Susanne Baer, Richterin am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, gab ihrer Gedenkrede für die Opfer des Nationalsozialismus die Überschrift „Nie wieder“ und berichtete aus ihrer täglichen Arbeit am Beispiel des Kopftuch-Urteils von 2014. „Ich finde es unerträglich, wenn Vorurteile ausgrenzen“, sagte die Richterin mit Blick auf damals wie heute. Daher sei jeder aufgerufen, schon bei kleinen Vorboten genau hinzusehen, Haltung zu zeigen, aufrecht zu bleiben und auch gegen den Strom zu schwimmen. Es gelte, das Grundgesetz in den Alltag und das Morgen zu übersetzen, sich an den Werten und Versprechungen der Verfassung zu orientieren.

Eine Anerkennung der Ludwig-Marum-Stiftung erhielt die ehemalige LMG-Schülerin Annika Schober für ihr Engagement im Verein „Bildung ist Leben – Elimu ni Uhai / Tansania.

Die Grüße ihrer Familie übermittelte die 76-jährige Andrée Fischer-Marum aus Berlin. Sie erinnerte an die Gründung der Ludwig-Marum-Stiftung und bezeichnete die Eigeninitiative des LMG-World-Ausschuss  als „bewundernswert“.
 
Für die musikalische Gestalung der Feierstunde sorgten das LMG-Streichorchester unter der Leitung von Harriet Fischer, Fabian Gadelmeier am Flügel sowie das Gesangstrio Eva Gäßler, Julia Gäßler und Isabell Popp (Klavier).
Emil Ehrler

3 Fotos Emil Ehrler:
Pflanzung der Platane mit Nicola Bodner, Elke Engelmann und Andrè Fischer-Marum
Preisträger 2018: LMG-World-Ausschuss, mit Kuratorium der Ludwig-Marum-Stiftung
Anerkennung für Annika Schober

 

 

 

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