Vielgestaltigkeit des Selbst

Vernissage und Theater-Performance des Abiturjahrgangs 2019

Unter dem Motto: Who am I? Who was I? Who will I be? Vielgestaltigkeit des Selbst gaben die SchülerInnen des Kunstneigungsfaches sowie des Literatur- und Theater-Kurses am 27.06.2019 in einer finalen Präsentation einen umfassenden Einblick in die künstlerische und szenische Arbeit der letzten beiden Schuljahre.

Das Streichorchester gab mit drei Stücken aus der Zauberflöte den Auftakt. Die Schüler*innen zeigten mit der anspruchsvollen Darbietung von Oblivion von Astor Piazzola, in der die Piccoloflöte in ihrer bizarren Tonführung heraussticht, ein außerordentlich rhythmisches Gespür. Anschließend führte der Theaterkurs den Zuschauer in den Mikrokosmos einer Klasse und deren Auseinandersetzung mit der Welt der Emotionen ein, die sich immer wieder auch in ausgesuchten Szenen aus Faust I und Steppenwolf spiegelten.

Eine Tischreihe frontal am Bühnenende, hinter der SchülerInnen in synchronen Bewegungen ihre Langeweile demonstrieren, führt den Betrachter in die Welt des Klassenzimmers ein.
Aus dieser Barrikade des Desinteresses entfalteten sich dann aber immer aufs Neue emotional hoch geladene Szene zwischenmenschlicher Begegnungen und dramatischer Innenwelten. Thematisch angereichert wurden diese blitzlichtartigen Begegnungen mit entsprechenden Dialogstellen in Faust I (Johann Wolfgang von Goethe) und inneren Monologen von Harry Haller aus dem Steppenwolf (Herrmann Hesse).

Dieses Kaleidoskop von emotionalen Welten aus dem Leben der SchülerInnen verwies thematisch auf die anschließende Vernissage mit dem Titel: Vielgestaltigkeit des Seins.
Gezeigt wurden ausgesuchte Ergebnisse einer intensiven und differenzierten Auseinandersetzung mit der Frage nach Identität und Zeit. Grundlage dazu war die zentrale Themenstellung des Abiturs zu Selbstdarstellung, Verwandlung und Verkörperung. In unterschiedlichen Genres wie Bildhauerei, Zeichnung, Fotografie, Malerei, Film und Skizzenbüchern wurden dabei vielseitige Positionen des Seins beleuchtet.

Die von den SchülerInnen selbst organisierte Ausstellung zeigte, dass Kunst viele Facetten des Seins preisgeben kann und es bei der Suche nach der Identität eben nicht nur um die klassische Frage der „Schönheit“ geht, sondern vielmehr um Selbst- und Fremdwahrnehmung.
Durch unterschiedlichen Perspektiven der Betrachtung angeregt, entwickelten die jungen KünstlerInnen fantastische oder visionäre Entwürfe ihres Selbst und erstellten Konzepte, in denen ihren Gedanken und Emotionen Ausdruck verliehen wurde.

Der Abend verschaffte den Besuchern einen Überblick über die große Vielfalt des künstlerischen, darstellerischen und musikalischen Gestaltungs- und Ausdruckswillen unserer SchülerInnen und wurde mit großem Interesse und Beifall aufgenommen.

 

Adr, Hck

 

 

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