Holocaust-Überlebende am LMG

Besuch von Frau Rosenberg, 92 Jahre, Holocaust-Überlebende in Kanada lebend und gebürtige Karlsruherin, Nichte von Julius Hirsch am 3. Juni 2019.

Schweigen aus Scham. Um zu Vergessen. Weil es keine Worte für dieses Grauen gibt. Frau Rosenberg spricht sehr deutlich über ihr Erleben in der Zeit zwischen 1933 und 1945. Sie spricht über ihre Zeit im Kinderheim in München. Die Kindertransporte nach Litauen, darüber, dass die Gestapo die arische Mutter bearbeitet, sich scheiden zu lassen – und so das Todesurteil für den jüdischen Vater auszusprechen: „I knew, that if my mother seperated, my father would have been murdered.“ Dieser arbeitet in einem jüdischen Krankenhaus und muss jüdische Patient*innen in einen Möbelwagen einladen, alle werden in Theresienstadt ermordet. „Es war das erste Mal, dass ich meinen Vater weinen sah.“ Nie wieder sprach ihr Vater von diesen beiden Transporten. Schweigen.

Auch Frau Rosenberg erzählt, sie habe fast 60 Jahre nicht gesprochen und erst ihr Enkel habe sie dazu gebracht, über das Erlebte zu sprechen. Sie sei ihm sehr dankbar dafür. Es sei sehr wichtig zu sprechen. Davor habe sie weder Deutsch gesprochen, noch Deutsch gelesen, sie sei lediglich zu einem deutschen Metzger gegangen.

Zum Abschluss an die Fragen der Schüler*innen formuliert Frau Rosenberg eine eindeutige Haltung: „We should be tolerant and open minded. It‘s up to you.“

 

 

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