Gloria voll ver - rückt am LMG

Ein traumhaftes Theatererlebnis bescherte die Theater-AG des LMG dem Publikum am 11.07.2018, mit dem selbstentwickelten Stück „Gloria – voll verrückt.“ Gezeigt wurde ein Theaterstück, das ein aktuelles und brisantes Thema wie Ausgrenzung bzw. Integration von Anderen in keineswegs trivialisierender Weise behandelt und dabei Probleme aufzeigt, ohne zu beschönigen, aber auch Lösungswege vorstellt, ohne zu vereinfachen.
Gloria ist nicht wie andere Mädchen, ohne die Hilfe ihrer Schwester Meike kann sie ihren Tag nicht durchstehen. Für sie lauern hinter jeder Ecke unüberwindliche Gefahren. Wenn die psychische Not zu groß wird, rettet sich Gloria mit ihrer Puppe Muck in ihre ganz eigene Phantasiewelt, in der märchenhafte Figuren ihren täglichen Kampf mit den Alltagsungeheuern für sie durchstehen. Man kann es schon ein bisschen verstehen, dass die Menschen in Meikes Umgebung damit Probleme haben – denn ‚normal‘ ist das Verhalten von Gloria nicht. Für Meike, die sich geduldig und liebevoll für ihre Schwester einsetzt, ist es nicht leicht, denn sie erfährt die Ablehnung und Ausgrenzung so auch am eigenen Leib. Sei es das vermeintlich wohlwollende „Menschen mit Handicap bekommen ihr eigenes Wartezimmer“ in der zahnärztlichen Praxis oder die offenen Anfeindungen der Mitschüler, die Gloria „blöd“ finden. Zum Glück gibt es immer wieder Lichtblicke, Menschen, die aufgeschlossen und vorurteilsfrei auf Gloria zugehen und Meike beistehen. So wird auf der Bühne am LMG vorgeführt, wie Integration gelingen kann, und das in wahrhaft bezaubernder Weise. Dazu trugen die liebevoll gestalteten märchenhaften Kostüme ebenso bei wie die beeindruckende Inszenierung: Szenenwechsel wurden mittels Licht- und Musikregie gestaltet und ließen die Figuren auf der Bühne sich verwandeln und die Zuschauer die magische Kraft der Schauspielkunst erfahren. Beindruckend war dabei vor allem die – für eine Unterstufen-AG - enorme Ensembleleistung (wenn zum Beispiel ein Chor von Maskenträgern das Publikum spüren lässt, wie sich Ablehnung anfühlt), getragen von beachtenswerter Rollendisziplin, die die Spielfreude der einzelnen in keiner Weise schmälerte. In besonderer Erinnerung bleiben Julia Mohrhardt, die als Gloria überzeugte, Giuliana Deubel in der Rolle der Meike, Jolina Menger als Nils und Maurice Goldschmidt, der ein wahrhaft giftiges Rumpelstilzchen verkörperte. Ein großes Lob für diese glanzvolle Leistung gebührt dem gesamten Ensemble sowie den Leiterinnen der AG, Frau Adriany-Antes (für Regie, Bühnenbild, Kostüme) und Frau Miller, sowie Frau Schaberger, die Regie und Ensemble während der Proben und bei den Aufführungen unterstützte.

In der sehr gut besuchten Aula des LMG, begeisterter Applaus–und hoffentlich bald mehr!


Charlotte Staszkiewicz

 

 

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