Du bist das Licht der Welt

Stationengottesdienst am Ludwig-Marum-Gymnasium

Die Kinder sitzen im Stuhlkreis, der Raum ist abgedunkelt. Auf einmal erhellt eine Laterne inmitten der Schülerschaft das Dunkel. Bewunderndes Raunen gesellt sich zum Licht, dessen Wirkung zu sehen, zu hören, gar zu spüren ist.

Es ist die achte Unterrichtsstunde am Dienstagnachmittag, dem nun letzten Tag vor den Weihnachtsferien. Die Religionsgruppe der sechsten Klassenstufe besucht gerade die erste Station des etwas anderen Gottesdienstes, den Frau Westermann und Frau Winter federführend konzipiert haben. Dabei ist im Rahmen des Religionsunterrichts für alle Schülerinnen und Schüler der Besuch verschiedener im Schulhaus aufgebauter Stationen vorgesehen, die zum Innehalten, Nachdenken und zum gemeinsamen Gebet einladen. Aufgrund der vorzeitig beginnenden Ferien wird nicht, wie geplant, jede/r in den Genuss des für Unter-, Mittel- und Oberstufe jeweils abweichend gestalteten Angebots kommen. Immerhin haben einige Religionsgruppen der Klassenstufen 5, 6, 9 und 10 Glück gehabt.

Nach einem Impuls der Religionslehrerin schreiben sich die SechstklässlerInnen ihre Sorgen und Ängste von der Seele. Letztere kreisen um das bevorstehende Weihnachtsfest, die Gefahr der unbewussten Ansteckung eines geliebten Familienmitglieds. Anschließend, beim Licht der Laterne, besinnt man sich auf Positives, Hoffnung und Freude.

Station zwei schlägt die Brücke von den vielfältigen Lichtbringern zu einem ganz besonderen: Jesus, „das Licht der Welt“. Zum gleichnamigen Lied gestalten die Lernenden Gedichte und Schriftzüge, die anschließend an die im Raum befindliche große Pinnwand geheftet werden. Viele andere, bunt gestaltete Werke zieren letztere bereits, darunter auch Überlegungen der ZehntklässlerInnen zum Johannesprolog, mit welchem diese sich alternativ befasst hatten.

Vor dem Sekretariat angekommen, wird eine Kerze entzündet „für die, in denen oder um die es dunkel geworden ist.“ Für ebendiese Menschen formulieren die Schülerinnen und Schüler Fürbitten, die auf Kärtchen geschrieben, an große, dicht geschmückte Zweige gehängt und gemeinsam gebetet werden. Den Abschluss der dritten Station bildet das Vater-Unser.

Nach erfolgter Rückkehr ins Klassenzimmer wird noch eine tierische Weihnachtsgeschichte vorgelesen, die das „Lichtwerden für andere“ thematisiert. Im Anschluss gehen die SechstklässlerInnen beseelt, vielleicht mit einem kleinen Leuchten im Inneren, nach Hause.

 

18.12.2020