Schüleraustausch Frankreich

 

 

L'aventure continue: Drittortbegegnung in Breisach am Rhein

Vom 18. bis 22. April 2016 fand in der Jugendherberge Breisach am Rhein eine Drittortbegegnung zwischen SchülerInnen der Klassen 7 des LMG und SchülerInnen unserer französischen Partnerschule, dem Collège Bel Air aus Mulhouse statt.

Die Begegnung wurde unter dem Motto "Ich – Du – Wir im interkulturellen Zusammenhang" durchgeführt und vom deutsch-französischen Jugendwerk finanziell unterstützt.

Das didaktische Konzept "Ich – Du – Wir" nach Gallin und Ruf, bei dem es darum geht, dass der Schüler/die Schülerin in einer ersten Phase zunächst selbst nach der Lösung eines Problems sucht, sich anschließend mit einem Partner abspricht und zum Schluss die Gruppe eine Vereinbarung trifft, wie "WIR das Problem lösen wollen", bietet sich hervorragend an die sprachliche Kommunikation in einer deutsch-französischen Schülerbegegnung anzuregen und zu fördern.

Bereits im Vorfeld bekamen alle TeilnehmerInnen eine(n) feste(n) Tandempartner(in) zugeteilt und schrieben diesen regelmäßig in der Sprache des Nachbarlandes Briefe und Emails. Das Zusammentreffen in Breisach war für alle dann ein unvergessliches und eindrucksvolles Erlebnis. Nach anfänglichen sprachlichen Unsicherheiten, war innerhalb der 5 Tage nicht nur ein deutlicher Sprachzuwachs in der Fremdsprache festzustellen, sondern auch die Stärkung des Zusammenhaltes der gesamten deutsch-französischen Gruppe.

Im Folgenden einige Eindrücke:

Montag



Nach dem ersten Kennenlernen erwartete die gesamte deutsch-französische Gruppe die erste sprachliche und organisatorische Herausforderung: Aufstellen nach Hausnummern! En français, s'il vous plaît!!!


Am Nachmittag erfolgte die erste Teamübung, bei der das Prinzip des "Ich – Du – Wir" erstmalig angewandt werden sollte. Die SchülerInnen wurden in 4er-Gruppen eingeteilt, wobei jede Gruppe aus zwei deutsch-französischen Tandempaaren bestand. Jedes Team bekam die Aufgabe, innerhalb von 45 Minuten eine Murmelbahn aus Karton zu bauen, bei der die Kugel möglichst lange in Bewegung bleibt. Dazu stand jeder Gruppe das gleiche Material, bestehend aus Scheren, 2 Bögen Karton, Tesafilm, einem Stuhl sowie einer Murmel zum Ausprobieren, zur Verfügung. Es entstanden äußerst kreative Ideen und die SchülerInnen hatten nach kürzester Zeit die zur Verständigung notwendigen Vokabeln, wie z.B. la bille – die Murmel, le scotch – das Tesa..., selbstständig ohne Hilfe der LehrerInnen ausgetauscht. Nachdem die Zeit abgelaufen war, wurden alle Bahnen mit einem Satz in der Fremdsprache von den Gruppen vorgestellt, getestet und mit einem Applaus gewürdigt. Man sieht das stolze Gewinnerteam, bei dem die Murmel ganze 17 Sekunden in der Bahn verblieb!




Dienstag



Der zweite Tag der Drittortbegegnung war vollständig verschiedener Teamchallenges gewidmet, bei der die SchülerInnen erneut nach dem "Ich -Du – Wir" – Prinzip agieren sollten: Eine Abfolge von spielerischen Teamübungen stellten die zweisprachigen Teams vor die Herausforderung, sich zu organisieren und eine Strategie zur Lösung der Aufgabe zu finden, um diese dann gemeinsam erfolgreich zu bewältigen. So z.B. bei dem Spiel "Ozean", bei der sich zwei Gruppen an einem Strand eines Ozeans befinden und trockenen Fußes den gegenüberliegenden Strand erreichen sollen (durch Seile gekennzeichneter Teile eines Basketballfeldes). Sie haben dafür kleine Schwimmflöße zur Verfügung (Holzbrettchen), die als Treibgut ans Ufer gespült worden sind. Solange die Überquerenden Kontakt mit den Flößen haben, können diese nicht verloren gehen. Haben sie jedoch keinen Kontakt, werden die Hilfsmittel vom Sturm ( dem Trainer) fortgerissen und die betroffenen Gruppenmitglieder können zudem blind werden (Augenklappe). Auf dem Ozean schwimmt zudem auch wertvolles Treibgut (über den Ozean verteilte Plastiktiere). Erreichen die Überquerenden diese, können sie das Treibgut gegen Inseln (Teppichfliesen) eintauschen, die sie auch zur Überquerung nutzen können. Allerdings werden auch diese vom Sturm fortgerissen, wenn der Körperkontakt abbricht.
Durch die Bedingung, dass der Körperkontakt mit dem Holzbrettchen bzw. Den Teppichfliesen nie abbrechen darf, war die Gruppe gezwungen, miteinander zu arbeiten, um vorwärts zu kommen.
Dieser zweite Tag war sehr intensiv und half den SchülerInnen nicht nur sich selbst und ihre Grenzen besser kennenzulernen, sondern auch das Gegenüber sowie die Gruppe wahrzunehmen, Vertrauen aufzubauen und gemeinsam an einer Strategie zu arbeiten. Ganz nebenbei schwanden auch die Hemmungen sich in der Fremdsprache auszudrücken.




Dieser erlebnisreiche Tag wurde mit einem soirée crêpes abgerundet, bei dem die SchülerInnen ihre Crêpes eigenständig backten und bretonische Lieder sangen, die von  einem der französischen Lehrer auf der Gitarre begleitet wurden.


Mittwoch



Die gruppendynamischen Aktivitäten vom Vortag wurden auch am dritten Tag bei einer mehrstündigen Schnitzeljagd am Kaiserstuhl fortgesetzt. In zwei zweisprachigen Gruppen galt es sich anhand von Karte und Kompass zu orientieren, sich als Gruppe zu organisieren und gemeinsam Entscheidungen zu treffen, um am Ende, über mehrere Stationen mit verschiedenen Aufgaben hinweg, an den Schatz zu gelangen.




Donnerstag



Den letzten Tag der Begegnung füllte ein Ganztagesausflug in das benachbarte Elsass, bei dem nun auch die deutschen SchülerInnen die Gelegenheit bekamen, das Nachbarland einen Tag kennenzulernen. Zunächst besichtigten wir das Château du Haut-Koenigsbourg, anschließend den Montagne des Singes, ein 24 Hektar großes Freigehege, in dem die SchülerInnnen 200 Berberaffen hautnah und fast wie in freier Wildbahn erleben und füttern konnten. Am Nachmittag stand dann noch die Besichtigung eines typisch elsässischen Dorfes, Riquewhir, an.


Résumé:
"J'ai aimé l'échange parce que l'ambiance était très bonne et c'était amusant" oder "J'ai aimé l'échange parce que j'aime ma correspondante et on a fait beaucoup de choses ensemble" oder "J'ai aimé l'échange parce que je garderai contacte avec ma correspondante."
Diese bei der Abschlussreflexion geäußerten Sätze zeigen deutlich, dass die Begegnung ein voller Erfolg war! C'est absolument à refaire! Es war ein tolles Erlebnis!

 

 

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