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Mobiles Jüdisches Museum aus Berlin macht Station in Pfinztal

Das Jüdische Museum in Berlin-Kreuzberg zeigt über 3 000 Objekte aus zwei Jahrtausenden Deutsch-Jüdischer Geschichte. Ohne die Bundeshauptstadt zu besuchen kann man bei „on.tour – Das Jüdische Museum Berlin macht Schule“ einen kleinen Teil davon als rollende Ausstellung erleben. „Thematisch haben wir fast das ganze Jüdische Museum dabei“, sagen übereinstimmend Ulrike Granitzki, Alexander Green und Gunnar Meyer. Die drei Museumpädagogen sind auf Deutschlandtour – jede Woche in einem anderen Bundesland, an weiterführenden Schulen. Und die Nachfrage den Pionier einer zeitgemäßen Museumsdidaktik ins Haus zu holen ist groß.

Viermal hatte sich das Ludwig-Marum-Gymnasium (LMG) Pfinztal um die mobile Ausstellung beworben. Der lange Atem hat sich gelohnt, freut sich Gabriele Hohwieler-Brünner, die Abteilungsleiterin für Deutsch und Gesellschaftswissenschaften am LMG.
Das Bestreben bei dieser Form der Kulturvermittlung explizit ist es aufzuzeigen, dass Judentum sich nicht ausschließlich über das Dritte Reich definiert. Im Fokus steht das Judentum heute in Deutschland aber auch die Geschichte mit der bedeutsamen Jahreszahl 321, als in Köln die ersten Juden in Deutschland lebten.

Eine doppelte Unterrichtsstunde Zeit hatte jede der drei neunten Klassen, die gerade im Geschichtsunterricht den Nationalsozialismus thematisieren, um sich mit Gegenständen, Bildern und Schautafeln vertraut zu machen, darüber zu reden und in Gruppenarbeiten Präsentationen mit spannenden Geschichten vorzubereiten. Besonderes Interesse weckten die gefüllten Ausstellungswürfel, die den Bogen von „Anfang Ende und Dazwischen“, als multifunktionale Wissensvermittlung spannten.

In Workshops erhielten die elften Klassen Kontakt zum Judentum. Bei „Jüdische Kindheit und Jugend in Deutschland nach 1945“ ging der Blick zurück. Dagegen „Meine Seiten“ zeigte mit interaktiven Fotoalben auf iPads die Gegenwart jüdischer Jugendlichen, dazu die kulturelle Vielfalt jüdischen Lebens in der Bundesrepublik im 21. Jahrhundert. Während der Pausen hatten alle Schüler des Schulzentrums die Möglichkeit die Ausstellung zu besuchen. In Kürze werden die neunten Klassen des LMG die Gedenkstätte Natzweiler-Struthof im Elsaß besuchen. Auch das ein bedeutsamer Mosaikstein im geschichtlichen Verständnis mit dem Judentum und der Erinnerungskultur sowie der LMG-Philosophie, sagt Gabriele Hohwieler-Brünner.



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